Haltung

Winterzeit, Ruhezeit

Wenn die australischen Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, beginnen sich die kleinen Echsen in Erdhöhlen zur Winterruhe zurückzuziehen. Einige Tiere in menschlicher Obhut weisen das Verhalten ohne weitere Hilfe von alleine auf und zeigen ihrem Pfleger, dass sie ruhen möchten. Vorausgesetzt wird natürlich eine negative Kotprobe, d.h. die Tiere sollten Kokizidien und Oxyuren frei sein. Bei uns sind die Henrylawsonis meist die ersten, die anfangen sich Schlafhöhlen zu graben. Da im heimischen Terrarium Temperaturen und Beleuchtungsdauer relativ konstant sind, ist das ein Zeichen für uns Beleuchtungsdauer und Temperatur langsam runterzufahren, um dann die kleinen Drachen mindestens zwei Monate ruhen zu lassen. Während unsere ‚Henrys‘ die Winterruhe selbstbestimmt starten, müssen wir bei der Minor-Bande doch zu dem einen oder anderen Trick greifen und den ausklingenden Herbst imitieren. Was also tun, damit die kleinen Drachen mindestens 2 Monate ruhen?

Ebenso wie in der Natur sorgen wir nun dafür, dass die täglichen Sonnenstunden abnehmen (auf ca. 6 – 8 Stunden) und die Umgebungstemperatur sinkt. Ebenso verringern wir das Nahrungsangebot auf „nur“ Grünfutter. Mit abnehmender Beleuchtung und sinkenden Temperaturen fressen die kleinen Drachen von selbst weniger. Andere stellen die Fütterung bereits bei voller Beleuchtung zwei Wochen lang vor der Einleitung der Winterruhe ein (s. Köhler et al). Ich finde die Reduzierung der Nahrung allerdings naturnaher und lasse die Minors selbst entscheiden, wie lange sie noch etwas zu sich nehmen wollen. Meist stellen sie die Nahrungsaufnahme einige Tage vor dem Rückzug in die Winterruhe von selbst ein. Der Zugang zu frischem Wasser muss ihnen jedoch die ganze Zeit – auch während der Ruhephase – gegeben sein.

Wie hier Kaspar zum Schlafen ziehen sich die Minor-Zwergbartagamen zur Winterruhe in ihre Verstecke zurück.

Während die kleinen Drachen ruhen, sollte im Terrarium eine Temperatur von 18°-20°C herrschen. Beleuchtung des Terrarium kann dabei ruhig ausgeschaltet sein, der Wechsel von Tag und Nacht wird durch die normale Zimmerbeleuchtung ausreichend simuliert. Ist die Raumtemperatur, in dem das Terrarium steht, höher als 20°C können die Minors auch außerhalb des Terrariums in einem anderen Raum überwintern, z.B. im Quarantäneterrarium oder entsprechenden Boxen.

Während der Ruhephase gilt es natürlich auch regelmäßig das Gewicht zu kontrollieren. Zu großer Gewichtsverlust sollte vermieden werden. Einige Autoren nennen als kritischen Wert einen Verlust ab 10% des Anfangsgewichtes. Bei einer Minor, die mit 45g in die Hibernation geht, wären das maximal 4,5g. In der Regel verlieren die kleinen Drachen aber nur ganz wenig – ähnlich den Gewichtsschwankungen beim Wiegen direkt nach dem Aufwachen und nach der Nahrungsaufnahme. Die regelmäßige Kontrolle stört die Bartagamen nicht in ihrer Ruhe. Bei uns spielt Fafnir, einer der Pogona henrylawsonis, gerne während der zwei- bis dreiwöchigen Kontrollen „toter Drache“ und zeigt fast keine Lebenszeichen, während die anderen bereits beim Anheben kurz die Augen öffnen, um anschließend weiter zu „schlafen“. Bei der täglichen Kontrolle (z.B. während des Wasserwechsel) zeigt sich auch das unterschiedliche Ruheverhalten unserer Tiere: Es wurde die Körperhaltung verändert, der Wassernapf aufgesucht oder zu einem neuen Ruheplatz gewandert, während andere (s. Fafnir) die ganze Ruhezeit sozusagen in einer Winterstarre verbringen.

Auch beim Beenden der Winterruhe gibt es unterschiedliche Verhaltensweisen: Die einen Echsen werden von selbst wieder munter und kommen aus ihren Verstecken, andere müssen „geweckt“ werden. Hier verfährt man ebenso wie beim Einleiten der Winterruhe: Die Beleuchtungsdauer wird langsam von 6 -8 Stunden auf 12 -14 Stunden erhöht. Dabei steigt natürlich auch wieder die Umgebungstemperatur auf die nötigen 25° – 30°C an. Und natürlich gibt es auch wieder leckeres Grünfutter und – nach einigen Tagen – Lebendfutter.

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