Ernährung

Pflanzliche Nahrung

Junges Minor-Zwergbartagamen-Weibchen in Grünfutter-Schale.
„Ida“ und ihr Salatteller.

Bei der Auswahl der pflanzlichen Nahrung können die kleinen Drachen sehr wählerisch sein, wenn es ihnen angeboten wird: Was an einem Tag noch genießbar war, wird am nächsten Tag verschmäht. Oder das gesamte „Grünzeug“ wird nur skeptisch beäugt und danach komplett ignoriert. Von unseren anderen Bartagamen gewöhnt, dass sofort jemand neben oder sogar in der Futterschale sitzt, war das anfangs schon etwas frustrierend. Mittlerweile bin ich dann doch eher erfreut, wenn zumindest ein Drache etwas vom Grünzeugs probiert. So gibt es hier jeden Tag für die Minor-Bande einen neuen, bunten „Salatteller“ – mal mit frischen, mal mit getrockneten Pflanzenteilen oder auch mal gemischt. Wenn ich jetzt nur das auflisten würde, was hier immer als „essbar“ eingestuft wird, dann bleibt die Liste sehr überschaubar:

Glockenblume

Malve (alle Arten)

Nachtkerze

Kornblume

Storchenschnabel

Taubnessel

Löwenzahn-Blüten

Radicchio

Möhre (selten)

Blaubeere (selten)

Himbeere (selten)

Paprika (selten)

Dass eine solche „Top 10-Liste“ nicht wirklich eine abwechslungsreiche (und ausgewogene) pflanzliche Ernährung bietet, sollte einleuchtend sein. Also brauchen wir eine Lösung, die sowohl von den kleinen Feinschmeckern akzeptiert wird als auch eine kontinuierliche Fütterung mit frischen Pflanzen ermöglicht. Glücklicherweise gibt es eine Vielzahl von geeigneten heimischen Pflanzen, die für das Verfüttern in Frage kommen1Von mir verwendete Bücher und Links sind hier aufgeführt.. Viele davon können auch auf dem Fensterbrett, dem Balkon oder im Garten angebaut werden. Oder – wenn man keinen grünen Daumen oder Platz hat – von unbelasteten Grünflächen gesammelt werden. Bei der Entnahme aus der Natur gelten natürlich die Naturschutzverordnungen, besonders im Hinblick auf geschützte Pflanzenarten. Auch das Betreten von fremden Grundstücken – dazu gehören auch landwirtschaftlich genutzte Wiesen – ist untersagt. Im Zweifelsfall besser beim Eigentümer nachfragen, ob man am Wegesrand Pflanzen sammeln darf. Darüber hinaus gilt: Nur Sammeln, was eindeutig erkannt wird. In einigen Städten gibt es auch Einrichtungen und/ oder Vereine, die im Rahmen des Natur- und Umweltschutzes einheimische Wildpflanzen und Wildkräuter, im Kleingärtnerjargon als Unkraut betitelt, anbauen. Gegen eine kleine Spende oder Mitarbeit kann man dort eventuell auch einen kleinen Vorrat bekommen. Oder man bietet Kleingartenbesitzern seine Hilfe beim „Unkraut jäten“ an…

So sieht der Frühlings-Salatteller dann frisch serviert aus.

Da mir ein kleiner Garten zur Verfügung steht, stammt unser pflanzliches „Drachenfutter“ – mit Ausnahme in den Wintermonaten – ausschließlich aus eigenem Anbau. Hier einmal ein Beispiel für einen „kleinen gemischten Salatteller“ mit Frühlingsblüten aus Löwenzahn, Lungenkraut, Vergissmeinnicht, Veilchen und Gänsekresse sowie Radicchio, Storchenschnabel und Himbeerblätter frisch aus unserem Garten.

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