Ernährung

Lebendfutter

Da der Hauptbestandteil der Nahrung wildlebender Pogona minor tierischen Ursprungs ist, benötigen die kleinen Drachen auch im heimischen Terrarium regelmäßig Lebendfutter. Ausgehend von der natürlichen Ernährung, dem eingeschränkten Bewegungsradius im Terrarium und den verschiedenen Texten zur Westlichen Bartagame haben wir einen Speiseplan etabliert, in dem zweimal wöchentlich Lebendfutter vorgesehen sind. Je nach Größe oder Art der Futtertiere kann es allerdings auch abweichend einen weiteren „Jagd-Tag“ für die Echsen geben. Aber auch das Alter der Minor-Zwergbartagamen spielt eine Rolle bei der Verfütterung von Futtertieren: Juvenile Tiere sowie trächtige Weibchen benötigen mehr und häufiger Lebendfutter als adulte Tiere außerhalb der Paarungszeit.

Bevor die Futtertiere allerdings im Magen der Westlichen Bartagame landen, benötigen sie selbst eine ausgewogene Ernährung. Hier werden sie mit getrockneten Wiesenkräutern, Hundeflocken und natürlich auch dem gleichen frischen Grünfutter wie die Minors gefüttert. Darüber hinaus halten wir sie auch in angemessen großen Behältnissen mit Versteckmöglichkeiten aus Eierkartons bzw. Eierpappen, die auch regelmäßig gereinigt werden. Werfen wir nun einen Blick auf die geeigneten Futtertiere, die im gut sortierten Zoofachhandel (oder im Online-Versand) ständig verfügbar sind.

Heuschrecken:

Subadulte Heuschrecke beim Fressen von „Trockenfutter“

Wander- oder Wüstenheuschrecken (locusta migratoria bzw. Schistocerca gregaria) gehören eigentlich zu den „Standard-Futtertieren“ in der Terraristik und sind im nächstgelegenen Fachhandel überall erwerbbar. Ihre Haltung ist zudem relativ einfach: Bei uns stehen die Heuschrecken-Boxen auf dem Terrarium, damit haben es die „Hüpferlinge“ angenehm warm. Eine ideale Größe für die ausgewachsenen Minor-Zwergbartagamen bieten die mittleren oder subadulten Heuschrecken: Sie sind für die kleinen Drachen „mundgerechter“ und damit einfacher zu verspeisen. Und natürlich regen mehrere kleinere Beutetiere auch das Jagdverhalten besser an als eine riesige, schwer „händelbare“ Heuschrecke…

Grillen und Heimchen:

Mittelgroße Steppengrille auf einem Möhrenstück.

Steppengrillen (Gryllus assimilis) und Heimchen (Acheta domesticus) gehören hier zu den weiteren regelmäßig angebotenen Beutetieren. Ebenso wie die Heuschrecken werden sie in jedem Futtertierladen angeboten. Auch ihre Haltung ist relativ einfach: „Unsere“ Grillen und Heimchen bewohnen sogenannte Faunaboxen, die im „Futtertierschrank“ unter dem Terrarium „gelagert werden“. Allerdings kann das Gezirpe der adulten Heimchen und Grillen auf Dauer schon etwas nervtötend sein. Da diese Futtertiere dazu neigen, sich zu verstecken und erst bei Dunkelheit wieder hervorzukommen, werden diese gezielt mit der Pinzette (oder auch der Hand) verfüttert. Schließlich wollen wir keine Heimchen- oder Grillenzucht im Terrarium beginnen…

Schaben:

Eine Schokoschabe auf dem Weg ins Versteck

Eine angemessene Größe zum Verfüttern haben auch die Schokoschaben (Shelfordella lateralis), die ebenso den Speiseplan von „Kaspar“, „Motte“, „Irma“ und „Ida“ bereichern. Auch werden hier Argentinische Waldschaben (Blaptica dubia) gerne ab und an angenommen, bevorzugt allerdings die kleineren oder noch nicht ausgewachsenen Schaben, die eine eher „mundgerechte“ Größe haben. Ebenso wie die Heimchen und Grillen werden diese von uns auch „kontrolliert“ verfüttert – entweder mit Pinzette oder einem ausbruchsicheren Futternapf. Darüber hinaus sind die Schaben sehr ergiebig, denn bei der richtigen Haltung lassen sie sich einfach vermehren…

Fliegen:

Als eine willkommene Abwechslung bieten wir unseren Drachen auch Terflys (Musca domestica), Stummel- oder Krullfliegen, an. Besonders die flugunfähige Zuchtform, die es für die Terraristik gibt, findet hier große Zustimmung und regt zu aktiven, unterhaltsamen Jagdmanövern an. Aber auch die eine oder andere sich – besonders im Sommer – im Haus verirrende „Stubenfliege“ findet oftmals ein unerwartetes Ende im Magen eines unserer Tiere…

Mehlwurm und Wachsmade:

Ebenso wie wir Menschen uns ab und an „Junk-Food“ oder andere „ungesunde“ Leckerbissen gönnen, gibt es hier auch besondere Leckereien für die Bartagamen wie Mehlwurm (Tenebrio molitor) und Wachsmade (Galleria mellonella). Aber sehr zum Leidwesen der Drachenbande stehen diese höchstens einmal im Monat auf dem Speiseplan, da sie sehr eiweiß-,fett- und proteinreich sind…

„Wiesenplankton“:

Besonders in den Sommermonaten sind unsere Tiere manchmal auch „Selbstversorger“. Wenn die Temperaturen es zu lassen, geht es auch für die Minor-Bande raus in die „richtige“ Sonne. Dort werden dann die eine oder andere Ameise, Kellerassel und Co von den sonnenbadenden Jägern „erlegt“. Und manchmal hat sich auch ein Insekt auf dem Grünfutter-Teller versteckt…

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