Mindestgröße
Wie in den Basics geschildert, sind Pogona minor in der Natur sehr bewegungsfreudig. Sie legen nicht nur weite Strecken zurück, sondern sitzen auch gerne erhöht. Das Gutachten zur Haltung von Reptilien des Bundesamtes für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), das mittlerweile auch schon 25 Jahre alt ist, schreibt für die Haltung von Pogona ssp. eine Mindestgröße von fünffacher Körper-Rumpf-Länge (KRL) in der Länge, vierfache KRL in der Breite und dreifacher KRL in der Höhe vor. Wenn wir von einer KRL von 12 cm bei der Westlichen Bartagame ausgehen, wäre das ein Terrarium von 60x48x36 cm. Das diese Maße dem Bewegungsdrang der kleinen Echsen nicht gerecht werden, sollte klar sein.
Schaut man sich in der Literatur – und auf den einschlägigen Internetseiten zu Bartagamen – um, findet man Terrariengrößen ab 100x60x50cm für ein Pärchen der Westlichen (Zwerg)Bartagame als ausreichend. Empfehlenswert ist es hier jedoch, einmal ein Blick zu der etwa gleich großen Schwester Pogona henrylawsoni zu werfen: Hier werden – je nach Autor – Mindestgrößen zwischen 120x60x60 und 150x80x80 cm für ein bis zwei Tiere angegeben. So gibt die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. für eine Pogona henrylawsoni als Mindestgröße 120x50x80 cm an. Auch das BMEL hat in seinem Haustier-Berater die Mindestgröße korrigiert: In der dortigen Datenbank wird für die Haltung von Zwergbartagamen ein Terrarium von mindestens 120x60x80 für ein Einzeltier/ einen kleinen Harem empfohlen. Andere Angaben über die Haltungsbedingungen der Pogona minor im heimischen Terrarium sollten auf verschiedenen Internetplattformen allerdings kritisch hinterfragt werden. Man findet dort oftmals eine 1:1 Text-Kopie von den häufiger gehaltenen Zwergbartagame (Pogona henrylawsoni) oder sogar der wesentlich größeren Streifenköpfigen Bartagame (Pogona vitticeps).
Alles unter 120x80x80 cm würde ich aus meiner Erfahrung auch für die agilen Mini-Drachen nicht empfehlen. Wie bei allen Bartagamen gilt auch bei der Pogona minor: Größer ist natürlich immer besser. Wer nicht auf ein Standardterrarium zurückgreifen möchte und lieber selbst bauen will: Eine Grundfläche von 0,96m² und eine Höhe von 80 cm (ohne Lichtkasten) sollte dabei für maximal drei Tiere nicht unterschritten werden. Für jedes weitere Tier sollte die Fläche um mindestens 15% vergrößert werden.
Und zum Schluß: Vor dem Kauf (oder Bau) des Terrariums den Standort festlegen. Denn das fertig eingerichtete Terrarium lässt sich später nicht mehr so einfach verschieben wie andere Möbelstücke. Dabei muss auch die Belüftung berücksichtigt werden, so dass eine Luftzirkulation im „Kamineffekt“ (einströmende Frischluft von unten, ausströmende Abluft nach oben) gewährleistet ist und die Lüftungsflächen nicht blockiert sind.