Allein, zu Zweit oder als Gruppe?
Alle Bartagamen zählen zu den Einzelgängern, aber auch die Haltung zu Zweit oder als Gruppe ist durchaus möglich. Bei der Paar- oder Gruppenhaltung kann es allerdings auch zu Streitigkeiten kommen, die eine temporäre oder ständige Trennung der Zerstrittenen nötig macht. Ist nur Platz in der Wohnung für ein Terrarium, empfiehlt es sich nur ein Einzeltier zu halten. Gerade Einsteigern in die Haltung der australischen Echsen wird in der Regel (s. Ratgeberliteratur) zur Einzelhaltung geraten – besonders bei der Anschaffung von unbestimmten Jungtieren. Die meisten Ratgeberbücher beziehen sich allerdings eher auf die Streifenköpfige Bartagame (Pogona vitticeps) oder Zwergbartagame (Pogona henrylawsoni), die ab sechs, eher ab neun bis zwölf Monaten geschlechtsreif werden. Hier sollen einige Methoden zwar eine Bestimmung weit vor der Geschlechtsreife (zum Beispiel mit dem Durchleuchten des Schwanzansatz) ermöglichen, aber diese sind nicht immer zu 100% sicher. Selbst bei der Minor-Zwergbartagame, deren Geschlecht oftmals schon bei Schlupf an den vorhandenen oder fehlenden Hemipenistaschen erkennbar ist, ist eine 100% Sicherheit erst bei der Geschlechtsreife ab ca. drei Monaten gegeben (Hallo Irma!). Übrigens kann sich ein unterdrücktes Männchen, das zusammen mit einem anderen Männchen gehalten wird, auch jahrelang als Weibchen „tarnen“.
Während bei der Einzelhaltung das Geschlecht des Miniatur-Drachens völlig egal ist, ist es bei einer Haltung von zwei oder mehr Tieren umso wichtiger. Als Faustregel für alle Bartagamen-Arten gilt: Zwei Männchen sollen niemals zusammen in einem Terrarium gepflegt werden. Sie gelten als überaus territorial, d.h. sie dulden in ihrem Revier keinen Rivalen. Da im Terrarium das schwächere Tier bei Revierkämpfen nicht fliehen kann, kann es bei zwei männlichen Bartagamen dann zu ernsthaften Verletzung bis hin zum Tod des unterlegenen Tieres führen. Zusätzlich steht das unterdrückte Tier ständig unter Streß. Zwar konnten Craig et al in ihrer Studie keine festgelegte „home range“ der untersuchten Minor-Zwergbartagamen feststellen, aber auch hier gilt: In der Natur können sich die Mini-Drachen einfacher aus dem Weg gehen und ein Zusammentreffen vermeiden. Idealerweise besteht eine Gruppe aus einem Männchen und min. zwei Weibchen, aber auch reine „Mädelsgruppen“ sind möglich. Allerdings kann es auch in einer reinen „Mädelstruppe“ zu Unverträglichkeiten untereinander kommen. Deshalb sollte bei der Entscheidung für die Paar- oder Gruppenhaltung (1.1, 1.x oder 0.x) immer auch eine Möglichkeit zur dauerhaften Trennung gegeben sein – nicht nur bei ernsthaften Kämpfen, sondern auch bei zu starker Unterdrückung eines Tieres (Dominanzverhalten).